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OSEF Aktuell 2026

  • 19.03.2026

    Es tut sich was an unserem Schlafwagenprototyp aus dem Waggonbau Görlitz!

    Zuletzt mussten wir im vergangenen Jahr leider mehrfach Vandalismusschäden an dem historisch besonders wertvollen Einzelstück hinnehmen und darüber berichten.

    Zur Erinnerung: Nach wie vor unbekannte Täter hatten mehrere Fenster zerschlagen und herausgerissen, Türklinken abgebrochen, und sich so unerlaubt Zutritt zum Wagen verschafft. Anschließend entleerten die Vandalen einen der Pulverfeuerlöscher im Fahrzeug und verteilten das Löschmittel großflächig im Seitengang und den Abteilen. Dadurch wurden nicht nur alle Oberflächen mit einem feinen Film des weißen Pulvers überzogen, sondern auch der größte Teil der spezialangefertigten historischen Matratzen unbrauchbar. Die Matratzen mussten wir leider im Sperrmüll entsorgen.

    Um das Löschmittel zu entfernen waren mehrere aufwendige Arbeitsschritte notwendig. Auf Anraten von Fachleuten der Feuerwehr haben wir zunächst damit begonnen so viel wie möglich des Pulvers trocken mit dem Staubsauger zu entfernen. Anschließend wurden alle Flächen intensiv mit Wasser gereinigt. Leider sind trotz allem noch Reste des Löschmittel im Wagen zu finden, da das feinkörnige Pulver in jede Ritze gekrochen ist, sodass weitere Reinigungsarbeiten notwendig sind.

    Bei der Begutachtung der vorhandenen Korrosion konnten wir glücklicherweise feststellen, dass diese nur oberflächlich und an ungeschützten bzw. beschädigten Stellen zu finden ist, während die Substanz des Wagens keine strukturellen Schäden aufweist. An den beschädigten Eingangstüren wurden erste Reparaturen vorgenommen. Die demolierten Türklinken wurden ersetzt und eine der Türen wurde einer kleineren Rostschutzsanierung unterzogen, sodass demnächst eine neue Scheibe eingebaut werden kann, um das zerstörte Original zu ersetzen.

    Auch das für die Entstehungszeit des Wagens besonders innovative technische Innenleben des Wagens haben wir geprüft. Entgegen unseren ersten Befürchtungen haben sich die verbauten Komponenten als außerordentlich robust erwiesen, sodass auch nach etlichen Jahren des Stillstandes die wesentlichen Bestandteile des Bordnetzes funktionstüchtig sind. Die Wageninnenbeleuchtung ist einsatzfähig.

    Als neuralgische Punkte haben sich die Fenster des Wagens herausgestellt. Die Fenster entsprechen nicht den in der Serienfertigung verbauten Modellen. Sie sind undicht und damit rostanfällig, da Feuchtigkeit in den Wagenkasten gelangen kann. Darüber hinaus ist ein großer Teil der Scheiben durch den Vandalismus zerstört, sodass alle 26 Fenster komplett ausgetauscht werden müssen.

    Ganz offensichtlich ist: Der Lack ist ab! Für einen langfristigen Erhalt müssen alle Karosserieflächen sandgestrahlt werden, um anschließend eine Neulackierung des Wagens durchführen zu können. Nur durch einen effektiven Schutz der Substanz vor eindringender Nässe, können Rostschäden verhindert werden.

    Zusammenfassend bleibt die Erkenntnis, dass der Fall nicht hoffnungslos, aber arbeitsaufwendig und kostenintensiv ist. Wir möchten jedoch nach Beendigung der über 175-jährigen Waggonbautradition am Standort Görlitz ein Zeitzeugnis der jüngeren Produktgeschichte erhalten und freuen uns über Ihre Unterstützung.

  • 07.04.2024

    Führungen im Maschinenhaus nur nach Anmeldung möglich

    Bei Interesse an Führungen durch das Maschinenhaus bitten wir um vorherige Anmeldung.